In keinem anderen Land der Welt wurden die Schulen während Covid-19 so lange geschlossen wie in Uganda (NZZ, 01.2022). Die 660 Tage schulfrei haben im Land mit einem im weltweiten Vergleich sehr tiefen Durchschnittsalter (16 Jahre) tiefe Spuren hinterlassen. Es ist davon auszugehen, dass zwischen ein bis zwei Millionen Schülerinnen und Schüler bei der Wiedereröffnung nicht mehr ins Schulzimmer zurückgekehrt sind (New York Times, 01.2022). Die damit zusammenhängenden Auswirkungen werden sich in der ugandischen Gesellschaft massiv bemerkbar machen.
Entstehungsgeschichte
Die lokale Leitung von God Helps Uganda (GHU) hatte sich als Reaktion auf die Covid-19 bedingten Schulschliessungen entschieden, einen provisorischen, internen Schulbetrieb aufzubauen. Den Kindern wurde dadurch ermöglicht, sich schulisch unvermindert weiterzuentwickeln und die Zeit des Lockdowns optimal zu nutzen. Die Resultate bei den nationalen Prüfungen nach der offiziellen Wiedereröffnung der Schulen hat die überaus positive Entwicklung der Kinder von GHU deutlich bestätigt. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse hat sich God Helps Uganda dazu entschieden, definitiv einen Kindergarten und eine Primarschule zu führen und diese auch für Kinder aus der Umgebung zu öffnen. Sie werden Platz für 200 Kinder bieten.
Baufortschritt
Mit der Fertigstellung des ersten Schulgebäudes und der WC-Anlage im Januar 2025, konnte die erste Bauphase erfolgreich abgeschlossen werden. Eine besondere Freude war die Mitarbeit von vier ehemaligen GHU-Kindern, die mit ihrem Einsatz als Bauarbeiter massgeblich zum Erfolg des Bauprojekts beigetragen haben.
Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres konnte die Lehrerschaft die Schüler:innen der vierten bis siebten Primarklassen im neu errichteten Gebäude willkommen heissen. Nach einem detaillierten Planungsprozess haben wir seit Mitte 2025 mit dem Bau des Kindergartens und eines weiteren Schulblocks die zweite Phase in Angriff genommen.
Hoffnungsgeschichte von Sheevon und Gideon
Die Geschwister Sheevon und Gideon standen kurz davor, ihre Schule verlassen zu müssen, nachdem ihre Familie von grossem Leid getroffen wurde. Der Vater als Familienoberhaupt wurde im Frühling 2023 in einen schrecklichen Unfall verwickelt, der ihn gelähmt und hilflos zurückliess. Der Mann war in der Folge unfähig, für die Bedürfnisse der Familie zu sorgen. Die Mutter stand nun in der Verantwortung. Allerdings hatte sie weder Arbeit und Zeit, denn sie verbrachte die meiste Zeit im Krankenhaus, um ihren Mann zu pflegen. Für die Kinder verschlimmerte sich die Situation zunehmend. Schliesslich wurden sie zu ihrer Grossmutter gebracht, die nur 1 Kilometer von der God Helps Uganda Primarschule entfernt lebt. Als Sheevon der Grossmutter half, auf der Strasse Holzkohle zu verkaufen, zog dies die Aufmerksamkeit von GHU-Schulleiter Fredrick Elem auf sich. Denn der Kohleverkauf fand mitten am Tag während der Unterrichtszeit statt. Fredrick fragte nach dem Grund und vernahm so die tragische Geschichte der Geschwister. GHU beschloss, die beiden Kinder mit einem Stipendium auszustatten und in die GHU-Primarschule aufzunehmen. Zunächst waren beide sehr schüchtern und zurückhaltend. Dies hat sich nun aber geändert. Beide starteten durch, wurden offen und aktiv. Sheevon ist eines der talentiertesten Mädchen in der Primarschule. Sie ist fröhlich, lernt gerne und träumt von einem hoffnungsvollen Leben. Die Öffnung der GHU-Schule für Kinder aus der Nachbarschaft hat sich für Sheevon und ihren Bruder Gideon als Segen erwiesen.




