Das Kinderheim von Lira ist eine vom Staat anerkannte Institution mit bald 20-jähriger Erfahrung. Die meisten Kinder, die aufgenommen werden, sind Voll- oder Halbwaisen, für die keine Platzierung in einer Pflegefamilie möglich ist.
Entstehungsgeschichte
Im Jahr 2008 war ein Bürgerkrieg mit zahlreichen Opfern zu Ende gegangen. Es gab viele Kriegswaisen. Jugendliche waren durch ihre Erfahrungen als Kindersoldaten traumatisiert. Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen, die in den drei Wohngruppen (diese wurden für ca. 40 Kinder gebaut) aufgehängt worden waren, stellten unvorstellbares Leid dar. Von Anfang an arbeiteten wir mit einheimischen Traumatherapeuten zusammen. Die Kinder und Jugendlichen bekamen konstante Beziehungspersonen und verlässliche Strukturen. Es gab genug zu essen. Sie konnten die lokalen Schulen besuchen. Das Heim in Lira war für sie ein sicherer Ort und langsam konnten die Wunden genesen. Nächtliche Albträume und nasse Matratzen, die in die Morgensonne zum Trocknen gestellt wurden, zeugten davon, dass der Heilungsprozess ein langer sein würde.
Unsere drei Wohngruppen
Das Zuhause der kleinsten Kinder zwischen 3 und 10 Jahren ist das HOPE-Haus.
Im CHRIST HUMBLE-Haus wohnen die 10 bis 17 jährigen Mädchen.
Im PEACE-Haus wohnen die 10 bis 17 jährigen Jungs.
Betreut werden die Kinder von Hauseltern, die mit ihnen eine familienähnliche Kultur pflegen.
So kommen Kinder ins Kinderheim
Anfragen für die Aufnahme eines Kindes im Kinderheim kommen entweder von den lokalen Behörden, oder direkt aus dem Umfeld eines verwaisten Kindes. Im Zuge des Aufnahmeverfahrens werden die Hintergründe und das soziale Umfeld detailliert abgeklärt und die Erfüllung der Aufnahmekriterien überprüft.
Leistungen
Neben der Abdeckung der Grundbedürfnisse, werden persönliche Begabungen der rund 40 Kinder entdeckt und gefördert sowie eine sinnstiftende Freizeitgestaltung angeboten. Neben der Schulbildung wird in den familienähnlich geführten Wohngruppen auf die Persönlichkeitsentwicklung Wert gelegt. Die Kinder erhalten die Gelegenheit, christliche Spiritualität als persönliche Ressource zu entdecken. Nach dem Abschluss der Primarschule werden die Kinder im FEP bis zum Abschluss ihrer Berufslehre begleitet.
Hoffnungsgeschichte von Shamim
Shamim ist neun Jahre alt. Bei ihrer Geburt verliess der Vater des Mädchens die Familie. Die Mutter, an AIDS erkrankt und an psychischen Störungen leidend, wohnt in einem Slum in Lira. Als GHU-Mitarbeitende das Mädchen zum ersten Mal sahen, sagten Ihre Augen alles aus: Ein stummer Schrei nach Hilfe. Sie litt unter Hunger, war in einem miserablen gesundheitlichen Zustand und stand unter grossem psychischem Stress.
Nun wohnt sie im Heim in Lira und es geht ihr bereits viel besser. Sie liebt es, in die Schule zu gehen und es wurde schnell klar, dass sie ein sehr intelligentes Mädchen ist. Shamim hat bereits einen Traum für die Zukunft: Sie möchte Ärztin werden, um den Armen und Kranken helfen zu können.

