Waisenkinder werden in Afrika meist von Verwandten in ihre Familien aufgenommen. Je nach Ausgangslage treffen es diese Kinder und Jugendlichen in den erweiterten Familien («enlarged families») gut und werden fast wie ein normales Familienmitglied versorgt. Manchmal sind sie jedoch einfach nur geduldet, müssen viel arbeiten, können unter Umständen nicht in die Schule und werden als Verdingkinder ausgenutzt.
Leistungen
FEP ist die Abkürzung von Family Encouragement Program, zu Deutsch Familien-Ermutigungs-Programm. In den Städten Kampala und Lira unterstützt es bedürftige Pflegeeltern, die neben ihren oft zahlreichen eigenen Kindern noch Kinder ihrer verstorbenen Verwandten aufgenommen haben. God Helps Uganda entbindet sie von der zusätzlichen finanziellen Bürde, für Schulgelder oder medizinische Versorgung aufkommen zu müssen. Mit punktuellen Sachhilfen wie etwa einem Lebensmittelpacket bekommt die Pflegefamilie eine Unterstützung, die der ganzen Grossfamilie zugutekommt.
Die Pflegeeltern haben in den Mitarbeitenden von God Helps Uganda eine Ansprechperson und werden zu regelmässigen Schulungen zu Themen wie Kindererziehung, Hygiene, Aids oder Berufswahlfragen eingeladen. Dadurch werden sie in ihrer Rolle gestärkt und ihre Arbeit wird gewürdigt. Das FEP überwacht so auch die Entwicklung von rund 180 Kindern, die regelmässig in ihrem Zuhause und in ihrer Schule besucht werden. Diese konstante Überprüfung des Kindswohls ist eine grosse und herausfordernde Arbeit. Dazu gehört auch, die Rechte dieser meist noch unmündigen Kinder zu sichern. Oft geht es um Land, das sie geerbt haben und dessen Besitzanspruch geschützt werden muss.
So kommen Kinder ins FEP
Anfragen für die Aufnahme eines Kindes im FEP kommen entweder von den lokalen Behörden oder direkt aus dem Umfeld eines verwaisten Kindes. Im Zuge des Aufnahmeverfahrens werden die Hintergründe und das soziale Umfeld detailliert abgeklärt und die Erfüllung der Aufnahmekriterien überprüft. Zudem werden Kinder aus dem Kinderheim nach Abschluss der Primarschule ins FEP aufgenommen.
Hoffnungsgeschichte des ehemaligen FEP-Kindes Atworo Justine
Ich bin Gott sehr dankbar für die Gelegenheit, hier meine Geschichte mit God Helps Uganda erzählen zu dürfen. Angefangen hat diese 2013 – da war ich gerade 13 Jahre alt und besuchte die 6. Primarklasse. Bis dahin wurden die Schulgebühren von meinem Grossvater bezahlt.
Dann aber wurde er sehr krank und konnte mich fortan nicht mehr unterstützen. Ich musste die Schule verlassen und begann, Ziegelsteine aus Lehm herzustellen und zu verkaufen, um meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dank dem verdienten Geld konnte ich die Schule wieder besuchen.
Eines Tages, es war ein Freitagmittag, besuchte ein Team von God Helps Uganda unsere Schule, um die Schulgebühren für einige Kinder zu bezahlen, welche durch das FEP unterstützt wurden. Einer von diesen Schülern wusste von meiner Not und gab mir die Adresse von God Helps Uganda.
Mein Grossvater machte sich auf den Weg nach Lira und erklärte den Verantwortlichen von GHU meine schwierige Situation. Gross war unsere Freude und Erleichterung, als mir nach einigen Gesprächen und Vorlegen der nötigen Dokumente die Aufnahme ins Familien-Ermutigungs-Programm FEP zugesichert wurde. Uns wurde eine grosse Last abgenommen und die Zukunft erschien hell.
Ich durfte die 7. Primarschulklasse beenden und aufgrund der guten Resultate bei den Abschlussprüfungen in die Sekundarschule übertreten. Als ich im Jahre 2019 einen Ausbildungsplatz in einer Schule für Krankenpfleger erhielt, war dies ein wichtiger Schritt in Richtung meines Wunschberufs Krankenpfleger. Die Ausbildung habe ich kürzlich erfolgreich abgeschlossen, nun warte ich noch auf die Diplomübergabe.
God Helps Uganda hat mein Leben positiv beeinflusst, ohne diese Unterstützung und Gottes Hilfe wäre ich nie da, wo ich jetzt stehe. In den ersten Monaten nach meinem Ausbildungsabschluss habe ich in einer Klinik gearbeitet, um das Gelernte anzuwenden und zu vertiefen. Gleichzeitig konnte ich meine Brüder und Schwestern finanziell unterstützen.
Vor kurzem habe ich beschlossen, mich selbstständig zu machen und eine kleine Apotheke zu eröffnen. Ich verkaufe Medikamente und kann eigenverantwortlich «meine Kunden» versorgen, indem ich Wundpflege anbiete und leichtere Krankheiten behandle. Der Erlös reicht, um ein eigenständiges und eigenverantwortliches Leben zu führen.
Ich hoffe, dass die Vertrauensbasis zu den Menschen und auch die Kundschaft wächst und das Geschäft eine stabile Basis erhalten darf. Mein Traum ist auch, eines Tages noch zusätzliche Weiterbildungen machen zu können. Ich danke Gott von ganzem Herzen für meine erstaunliche Lebensreise. Ich bin dankbar, dass ich immer wieder Menschen an meiner Seite hatte, die mir halfen, meinen Charakter zu formen. So bin ich heute in der Lage, Entscheidungen zu treffen und persönliche Verantwortung für mich und für das Leben anderer zu übernehmen, speziell aus meiner Familie.
Es ist mein grosser Wunsch, dass God Helps Uganda noch viele Kinder, welche in Not sind, unterstützen wird. Gott segne Euch alle!